Weingut Welker-Emmerich, Bad Kreuznach. 7. August 2021. Das erste GMP — entstanden aus einem Verbot, dem ein Schlupfloch fehlte, bis wir eins erfunden haben.
Wie das anfing
Wir wollten auflegen. Das war eigentlich schon alles. Wir hatten Vinyl, wir hatten ein dezent ausgeprägtes Auflege-Selbstverständnis, und wir hatten 2021 — ein Jahr, in dem „Tanzveranstaltung" verordnungstechnisch ungefähr auf der Höhe von „Gefährdungslage" rangierte.
Was macht man also, wenn Partys verboten sind, ein Picknick aber nicht? Man veranstaltet ein Picknick. Man stellt Tische auf eine Wiese, man bietet Wein und Snacks an, und man stellt — selbstverständlich rein zur Untermalung — eine kleine PA daneben. Vormittags ein bisschen Live-Musik. Nachmittags ein bisschen DJ. Abends, naja, ein bisschen mehr DJ. Es war, technisch gesehen, ein Picknick. Niemand musste das anders nennen.
Der Tag
Das Weingut Welker-Emmerich gab uns den Ort her — eine Bühne unter Reben, Tische mit Weinflaschen, Snacks im Schatten, und Sonne, die so blieb wie bestellt.
Tagsüber spielte die Band von Julians Vater (Bandname folgt), und am Nachmittag übernahm Leah — eine Stimme, die das Weingut mühelos füllte und vom ersten Ton an klar machte, dass „Picknick" hier eine sehr großzügige Definition tragen würde.
Es war der erste Sommer seit langem, in dem wieder etwas hörbar zusammen passierte. Ein Lichtblick mit ordentlichen Boxen.
Der Abend
Als die Sonne ging, übernahmen die Decks. Wir wechselten uns durch, niemand spielte sich in den Vordergrund, alle bauten aufeinander auf. Auf einer Wiese in Bad Kreuznach tanzten Leute zu Musik, die sie 18 Monate lang nur über Kopfhörer gehört hatten.
Nicht alle Nachbarn fanden den Abend so geil wie wir. Das gehört zur Wahrheit dieser Edition dazu — und damit auch schon ans Ende des Absatzes.
Line-up
Live
- Die Band von Julians Vater (Bandname wird ergänzt)
- Leah — littledeadfunkygirl
DJs
- Alex
- Julian
- Maxi
- Tonee
- Malcolm
Was blieb
Wir wussten an dem Wochenende noch nicht, dass wir gerade eine Reihe angefangen hatten. Wir wussten nur, dass das Format funktionierte: als Stimmung, als Konzept, als — sagen wir — kreativ ausgelegte Veranstaltungskategorie.
Dass wir das nicht nur einmal machen würden, wurde uns erst danach klar. Aber genau hier hat es angefangen: auf einer Wiese, mit Wein, mit Bass, und mit einer Idee, die so improvisiert war wie das Jahr, in dem sie entstand.